Nachdem meine Erkundungstour nun fast zu Ende ist fühle ich mich ausreichend informiert um eine kleine Studie über den gemeinen Neuseeländer zu verfassen.
Der Neuseeländer lebt ja inmitten von Schafen und Rindern entweder auf der Nord- oder auf der Südinsel,
wobei auf der Nordinsel mehr Neuseeländer leben wie auf der Südinsel aber immer noch nicht so viel wie Schafe.
Der Neuseeländer benutzt für sein Leben gerne das Wort Kiwi.
Das kann je nach Kontext einmal für Früchte stehen,
die der Neuseeländer auf seiner Insel anbaut,
wenn da nicht gerade Gras für die Schafe wächst.
Andererseits steht Kiwi für einen kleinen kauzigen, nachtaktiven Vogel mit kugeligem Körper und langem schmalen Schnabel.
Trotz seines unspektakulären auftretens stellt dieser kleine Kamerad das Wahrzeichen von Neuseeland dar.
Ausserdem nennt sich der Neuseeländer selbst gerne Kiwi.
Am allerliebsten aber verwendet der Neuseeländer das Wort Kiwi für verschiedenste Güter und Dienstleistungen
wie zum Beispiel Camping-Stühle, Schinken, Autoreparaturwerkstätten und so weiter und so fort.
Trotz der vielen Schafe und Rinder isst der Neuseeländer am liebsten Lammfleisch - sogar auf dem Döner,
auf den er allerlei absonderliche Zutaten, wie saure Gurken, packt.
Wenn man den Neuseländer provuziert macht er grosse Augen, streckt die Zunge raus und wedelt mit ihr.
So hat er es von seinen Vorfahren, den Maori-Kriegern gelernt, die das aggresivste Ureinwohnervolk der Erde darstellen.
Also aufgepasst, immer schön den Bauch reiben beim Döner essen und ja nix böses über die sauren Gurken sagen.
Neben Englisch spricht der Neuseeländer auch gerne seine Ursprache Maori.
Die hört sich ungefähr so an: Pukekiki otu purarawei whakerewarewa wangawanga te oliliki.
Was das bedeutet weiss ich allerdings nicht, vermutlich gar nichts.
Maori zeichnet sich durch seine vielen Silbenwiederholungen auf, die gerne zwei mal,
manchmal in Abwandlung auch drei mal in einem einzigen Wort auftauchen,
was den Neuseelandneuling beim lesen und auswendiglernen von Ortsnamen leicht zur verzweiflung bringt.
Grössere Städte bennent der Neuseeländer aber grundsätzlich mit englischen Namen, um den gemeinen Städter nicht
gar zu arg mit seinen Wurzeln zu konfrontieren und vielleicht auch um ausländischen Besucher zu imponieren.
Ein Wh spricht sich in Maori wie ein F und ausserdem hat der Neuseeländer eine sehr eigentümliche Art, englisch zu sprechen.
Bei "especialy" beispielsweise spricht er beide e's lang und ausgedehnt wie bei esel.
'Ea' wie in Tea spricht er als eine absonderliche mischung von einem Esel-e das in ein verschlucktes a übergeht, das kein Ausländer so leicht über seine Lippen bringt.
Ähnlich wie das Wort day, das in einem langen a endet, das in ein verschlucktes i übergeht.
Ein Y wie ein "ai" auszusprechen ist dem Neuseeländer manchmal zu banal und er spricht es einfach als normales, kurzes e aus, wie in New Plymouth,
wo ich mich bis gestern rumgetrieben hab.
Spricht der Neuseeland-fremdling solche Worte in gepflegtem Oxford englisch wird er schräg angeguckt und der Neuseeländer wiederholt das Wort fragend in seiner Aussprache und meint es dabei gar nicht böse.
Auf den Landstrassen fährt der Neuseeländer grundsätzlich 100, auch wenn es da von Kurven und Hofeinfahrten nur so wimmelt.
In allzu scharfen Kurven hat er Tempovorschläge auf die Seitenpfähle gepinselt.
Toursiten pflegt der Neuseeländer fatalerweise gerne zu überholen, wenn diese abbiegen wollen.
Für Links-abbieger stellt der Neuseeländer auf grösseren Strassen ausserorts gerne eine kurze aber praktische Einfädelspur zur Verfügung.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Neuseeländer links fährt, mit dem Steuer auf der rechten Seite,
was dem Touri das einschätzen der Fahrzeugdimensionen und der Strassenlage am anfang äusserst schwer macht.
Aber dafür hat der Neuseeländer praktisch geriffelte Mittel- und Seitenlinien, die den unbedarften Steuermann beim überfahren schnell aus seinen Träumen rütteln.
Im allgemeinen ist der Neusseländer sehr freundlich und hilfsbereit und man trifft nur sehr wenige Exemplare, die mekern, wenn man auf dem Campingplatz erst um 11 statt um 10 auscheckt.
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